Gewaltschutz im Fokus: Die AWO zur LeSuBiA-Studie
Die heute präsentierte Dunkelfeldstudie zur Gewaltbetroffenheit im Alltag offenbart alarmierende Erkenntnisse, die die Dringlichkeit eines effektiven Gewaltschutzes unterstreichen. Kathrin Sonnenholzner, Präsidentin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), betont die strukturelle Dimension geschlechtsspezifischer Gewalt, die die gesamte Gesellschaft betrifft. Die Studie zeigt, dass über 16 Prozent der Befragten körperliche Gewalt in einer (Ex-)Partnerschaft erlebt haben. Darüber hinaus gibt fast jede zweite Person an, sexuelle Belästigung erfahren zu haben, und mehr als jede zehnte Person berichtet von einem sexuellen Übergriff. Frauen sind hierbei über alle Formen hinweg deutlich stärker betroffen als Männer. Besonders besorgniserregend ist, dass jede fünfte Frau, die Gewalt durch ihren Partner erlebt, um ihr Leben fürchtet.
Trotz dieser alarmierenden Statistiken bleibt die Anzeigebereitschaft der Betroffenen niedrig: Rund zehn Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt zeigen an, was die Herausforderungen verdeutlicht, denen sich Betroffene gegenübersehen, wenn es darum geht, Hilfe zu suchen. Sonnenholzner fordert daher eine umfassende Verantwortung des Staates, um sicherzustellen, dass jede Person, die von geschlechtsspezifischer oder häuslicher Gewalt betroffen ist, jederzeit ohne Hürden die Möglichkeit hat, die Gewaltsituation zu verlassen.
Die AWO setzt sich seit Jahren für einen kostenlosen Gewaltschutz für alle ein. Dies umfasst auch die zügige und konsequente Umsetzung des Gewalthilfegesetzes sowie einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung. Das vor einem Jahr verabschiedete Gewalthilfegesetz wird als bedeutender Schritt betrachtet, ebenso die Bereitstellung von 150 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Sanierung von Frauenhäusern. Für eine nachhaltige Lösung ist jedoch eine dauerhafte Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Schutz- und Hilfesystems erforderlich, um die Kapazitäten in den Ländern und Kommunen zu sichern.
In Kürze
- Über 16 Prozent der Befragten erleben körperliche Gewalt in Partnerschaften.
- Fast jede zweite Person ist von sexueller Belästigung betroffen.
- Jede fünfte Frau fürchtet um ihr Leben bei Partnergewalt.
- Die Anzeigebereitschaft liegt bei rund zehn Prozent.
- Die AWO fordert einen kostenlosen Gewaltschutz und die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes.
- 150 Millionen Euro aus Bundesmitteln werden für die Sanierung von Frauenhäusern bereitgestellt.
Zusammengefasst
Die Ergebnisse der LeSuBiA-Studie verdeutlichen die Notwendigkeit eines zugänglichen und effektiven Gewaltschutzes für alle Betroffenen. Die AWO fordert eine umfassende staatliche Verantwortung, um sicherzustellen, dass Menschen, die unter geschlechtsspezifischer oder häuslicher Gewalt leiden, jederzeit Unterstützung erhalten. Die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes und die Bereitstellung von finanziellen Mitteln sind entscheidende Schritte, doch langfristig bedarf es einer gesicherten Finanzierung und ausreichender Kapazitäten in den sozialen Einrichtungen, um den Schutz und die Hilfsangebote nachhaltig zu sichern.
Quelle: Johanniter Unfallhilfe e.V.
Quelle:AWO Bundesverband


