Ein normales Leben ermöglichen: Behindertenarbeit im BRK
Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales Anliegen im sozialen Sektor. Ein junger Mann mit einer Körperbehinderung, der nach seiner Ausbildung in den Beruf einsteigen möchte, benötigt oft zusätzliche Hilfe, um seinen Arbeitsweg zu bewältigen und seine Aufgaben im Job zu erfüllen. In solchen Fällen kann eine Assistenzkraft entscheidend sein, um ihm ein selbstbestimmtes und normales Leben zu ermöglichen. Simone Kern, Teamleiterin für Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie im Bayerischen Roten Kreuz (BRK), beschreibt die verschiedenen Unterstützungsangebote, die in den 24 Kreisverbänden bereitgestellt werden. Diese reichen von der Vermittlung von Alltagshelfer*innen über Beratungsleistungen bis hin zu Freizeitangeboten.
Ein Beispiel für die Unterstützung sind die Familienentlastenden Dienste, die insbesondere für Angehörige von Menschen mit Behinderungen wichtig sind. Ehrenamtliche Helfer*innen kommen in die Familien, um die Betroffenen zu betreuen, sodass die Angehörigen Freiraum und Zeit für sich selbst gewinnen können. Dies ermöglicht es den Familien, sich zu regenerieren und den Alltag besser zu meistern.
Die Behindertenarbeit im BRK legt großen Wert auf ambulante Strukturen, die es den Betroffenen ermöglichen, in ihrem gewohnten Umfeld zu leben. Zu Beginn jeder Unterstützung wird der individuelle Bedarf ermittelt, und die Betroffenen erhalten bei Bedarf Begleitung zu Ämtern und Unterstützung im gesamten Verfahren. In Zeiten von Corona wird zudem vermehrt auf telefonische Beratungsangebote zurückgegriffen.
Die Herausforderungen, die das Coronavirus mit sich bringt, betreffen auch die Einrichtungen und Dienste des BRK. Die Anwendung der AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) ist in Gruppenangeboten zwar erforderlich, doch viele Menschen mit geistiger Behinderung haben Schwierigkeiten mit Distanz und benötigen körperliche Nähe. Tageszentren fungieren als wichtige Inklusionsorte, in denen Menschen mit und ohne Behinderung soziale Kontakte pflegen können. Schließen diese Einrichtungen, leiden viele Betroffene unter Isolation.
In Kürze
- Assistenzkräfte sind entscheidend für die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Berufsalltag.
- Das BRK bietet umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote in 24 Kreisverbänden.
- Familienentlastende Dienste unterstützen Angehörige von Menschen mit Behinderungen.
- Die ambulante Behindertenarbeit fördert ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld.
- Corona stellt besondere Herausforderungen an die sozialen Kontakte und Unterstützungsangebote.
Zusammengefasst
Die Behindertenarbeit im BRK zielt darauf ab, Menschen mit Behinderungen ein normales Leben zu ermöglichen. Durch verschiedene Unterstützungsangebote, die von Assistenzleistungen bis hin zu Freizeitaktivitäten reichen, wird den Betroffenen geholfen, in ihrer Selbstständigkeit zu wachsen. Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie erfordern kreative Lösungen und einen verstärkten Fokus auf den sozialen Austausch, um Isolation zu vermeiden und das Wohlergehen der Betroffenen zu sichern.
Quelle: Bayerisches Rotes Kreuz