Notaufnahme abgemeldet
Die Kreisklinik Roth in Mittelfranken hat am 7. Januar vorsorglich ihre Internetverbindung nach außen unterbrochen. Grund war ein möglicher externer Zugriff auf das interne IT-Netzwerk, wie Klinik und Landratsamt am Folgetag in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten. Klinikvorständin Nadine Ortner betont: „Die stationäre Patientenversorgung sowie der Betrieb im Medizinischen Versorgungszentrum laufen weiterhin regulär.“
Das Wichtigste in Kürze
- Kreisklinik im mittelfränkischen Roth unterbricht Internetverbindung nach außen.
- Grund ist ein möglicher Hackerangriff.
- Patientenversorgung war nicht gefährdet.
- Dennoch wurden Notfälle in umliegende Krankenhäuser umgeleitet.
- Landeskriminalamt Bayern ermittelt.
Analoge Verfahren als Backup
Nach dem Unterbrechen der Internetverbindung setzt die Klinik wieder auf analoge Verfahren: Laborergebnisse werden per Fax übermittelt, Rezepte und Krankschreibungen ausgedruckt.
Die Notaufnahme musste vorübergehend abgemeldet werden, da unter anderem der Versand radiologischer Aufnahmen nicht möglich war. Notfälle wurden in umliegende Krankenhäuser umgeleitet. Das Landratsamt versichert: „Die Notfallversorgung in der Region ist dennoch gewährleistet.“
Untersuchungen laufen weiterhin
Nach aktuellem Stand funktionierten die eingesetzten Sicherheitsmechanismen, wie Antivirensoftware, ordnungsgemäß. Ein kurzfristiger externer Zugriff kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Deshalb laufen sowohl interne als auch externe Prüfungen. Die IT-Abteilung reagierte unmittelbar nach dem Verdacht, informierte alle gesetzlich vorgeschriebenen Stellen – darunter die Cybercrime-Abteilung des Landeskriminalamts (LKA), die Datenschutzaufsicht sowie das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – und ließ externe IT-Forensiker hinzuziehen.
LKA ermittelt
Das LKA Bayern hat in Abstimmung mit dem Innenministerium strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen; Ermittler waren bereits am Mittwochnachmittag vor Ort. Ortner lobt die schnelle Reaktion der IT-Abteilung: „Das Trennen der Internetverbindung schützt unsere Systeme und ermöglicht eine sorgfältige, strukturierte Überprüfung.“ Landrat Ben Schwarz hebt die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor: „Das Patientenwohl steht an oberster Stelle.“
Wann die Systeme wieder vollständig online gehen, ist derzeit offen. Dies soll erst erfolgen, wenn die forensischen Untersuchungen abgeschlossen und Entwarnung gegeben werden kann. Ortner versichert: „Sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen, informieren wir Mitarbeitende, Medien und Bürgerinnen und Bürger umgehend.“
Zusammengefasst
Der mutmaßliche Hackerangriff gefährdete nach Angaben der Klinik die Patientenversorgung nicht, dennoch wurden Neufälle in umliegende Krankenhäuser in Weißenburg, Schwabach und Nürnberg umgeleitet.
Von Vorteil war, dass im Notfall auf analoge Methoden zurückgegriffen werden konnte. Ergebnisse wurden per Fax übermittelt oder ausgedruckt.


