Hitzeschutz in Schleswig-Holsteins Kliniken unzureichend

Hitzeschutz in Schleswig-Holsteins Kliniken: Ein drängendes Problem

Die Kliniken in Schleswig-Holstein stehen vor einer erheblichen Herausforderung im Hinblick auf die zunehmenden Hitzewellen. Trotz der vergleichsweise kühleren Temperaturen im Norden sind viele dieser Einrichtungen unzureichend auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH), Patrick Reimund, weist darauf hin, dass lediglich die Intensivstationen häufig klimatisiert sind, während die normalen Stationen meist ohne adäquate Kühlmöglichkeiten auskommen müssen. Dies führt zu einer erhöhten Belastung für Patientinnen und Patienten sowie für das Personal, insbesondere an Tagen mit Außentemperaturen über 30 Grad.

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sind zwar einige sensible Bereiche klimatisiert, doch extrem hohe Temperaturen stellen die Klinik vor große Herausforderungen. Die Vielzahl historischer Gebäude und die baulichen Gegebenheiten erschweren die effektive Kühlung der Innenräume. In Neubauten und Sanierungen wird jedoch verstärkt auf den Hitzeschutz geachtet. Auch das Helios Klinikum in Schleswig hat sich auf steigende Temperaturen vorbereitet und setzt diverse Maßnahmen um, um die Wärmebelastung zu reduzieren. Dazu zählen klimatisierte Intensivstationen, Fensterverdunklungen und die Bereitstellung gekühlter Getränke für die Patienten.

Die Westküstenkliniken haben bei Neubauten bereits Kühlanlagen integriert und verfügen über moderne Lüftungstechnik. Dennoch erfordert der Investitionsbedarf für weitere Klimaschutzmaßnahmen, wie der KGSH-Geschäftsführer betont, dringend zusätzliche Mittel. Laut einem Gutachten wird bundesweit ein Finanzbedarf von über 30 Milliarden Euro für notwendige Klimaschutzmaßnahmen geschätzt. Dies verdeutlicht, dass der Hitzeschutz nicht nur eine Frage des Komforts ist, sondern entscheidend zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken beiträgt.

In Kürze

  • Kliniken in Schleswig-Holstein sind unzureichend auf Hitzewellen vorbereitet.
  • Nur Intensivstationen sind häufig klimatisiert, während normale Stationen oft nicht über Kühlung verfügen.
  • Der Investitionsbedarf für Klimaschutzmaßnahmen liegt bundesweit bei über 30 Milliarden Euro.
  • Die baulichen Gegebenheiten, insbesondere historische Gebäude, erschweren die effektive Kühlung.
  • Die Einrichtung von klimatisierten Räumen ist ein Ziel vieler Kliniken.

Zusammengefasst

Die Kliniken in Schleswig-Holstein müssen sich dringend mit dem Thema Hitzeschutz auseinandersetzen, da die Folgen des Klimawandels auch im Norden spürbar sind. Der Mangel an klimatisierten Räumen und die hohen Investitionskosten stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Es ist essenziell, dass entsprechende finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um die Gesundheitsversorgung unter extremen Temperaturen sicherzustellen und damit unnötige Risiken für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende zu minimieren.

Quelle: kma Online

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