Kliniken ohne Kühlung: 10.000 Hitzetote in 2023

Notwendigkeit von Kühltechnik in Kliniken – Ein Appell zur sofortigen Handlung

In Deutschland sind bislang in diesem Jahr fast 10.000 Menschen an den Folgen von Hitzewellen gestorben, was die dringende Notwendigkeit von Kühltechnik in Kliniken verdeutlicht. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen, wie ältere Menschen über 75 Jahre. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht in diesen alarmierenden Zahlen einen klaren Auftrag zum Handeln und fordert konkrete Investitionen in klimawandelgerechte Kliniken. Die aktuelle Situation ist besorgniserregend, denn nur ein Bruchteil der Patientenzimmer in deutschen Krankenhäusern ist mit Kühltechnik ausgestattet. Dies ist angesichts der zunehmend extremen Sommer nicht länger hinnehmbar.

DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß betont die Notwendigkeit, über die jährlichen Debatten zum Thema Hitze und Hitzeschutz hinauszugehen. Die Krankenhäuser benötigen sofortige Unterstützung, um ihre Einrichtungen mit der erforderlichen Kühltechnik auszustatten. Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) zeigt, dass die Nachrüstung mit Kühlanlagen aufgrund fehlender finanzieller Mittel scheitert. Die gesetzliche Finanzierung der Investitionskosten durch die Länder ist seit Jahrzehnten unzureichend; derzeit werden lediglich 60 Prozent der Kosten gedeckt. Dies führt dazu, dass die vorhandenen Mittel oft in unverzichtbare Projekte fließen, während die Ausstattung mit Kühltechnik vernachlässigt wird.

Besonders besorgniserregend ist die Belastung des Klinikpersonals, das in überhitzten Räumen arbeiten muss. Effiziente Maßnahmen wie Fensterverschattung oder Ventilatoren reichen oft nicht aus, um die Temperaturen zu regulieren. Dr. Gaß weist darauf hin, dass ohne aktive Kühlung die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal untragbar werden.

In Kürze

  • Fast 10.000 Hitzetote in Deutschland in diesem Jahr, besonders betroffen sind Menschen über 75.
  • Nur ein Bruchteil der Kliniken ist mit Kühltechnik ausgestattet.
  • Die DKG fordert Investitionen in klimawandelgerechte Kliniken.
  • Ein Investitionsprogramm von 31 Milliarden Euro liegt vor.
  • Die gesetzliche Finanzierung der Investitionskosten ist unzureichend.
  • Das Klinikpersonal leidet unter den hohen Temperaturen.

Zusammengefasst

Die aktuelle Hitzesituation in Deutschland erfordert sofortige Maßnahmen zur Verbesserung der Kühltechnik in Kliniken. Die DKG fordert eine gezielte Investitionsoffensive, um sowohl die Patientensicherheit zu gewährleisten als auch die Arbeitsbedingungen des Klinikpersonals zu verbessern. Ein bereits vorgelegtes Investitionsprogramm von 31 Milliarden Euro könnte den dringend notwendigen klimawandelgerechten Umbau der Krankenhausinfrastruktur unterstützen. Die Zeit für Diskussionen ist vorbei; jetzt sind sofortige Entscheidungen und Maßnahmen gefordert, um die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukunftssicher zu gestalten.

Quelle: kma Online

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