Dringender Handlungsbedarf: Kühltechnik in deutschen Kliniken
In Deutschland sind in diesem Jahr bereits knapp 10.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben, wobei insbesondere ältere Personen über 75 Jahren betroffen sind. Diese alarmierenden Zahlen, die aus aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stammen, stellen für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen klaren Aufruf zum Handeln dar. Der Mangel an adäquater Kühltechnik in den meisten Patientenzimmern deutscher Kliniken wird zunehmend zur Bedrohung für sowohl Patienten als auch das Klinikpersonal. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß fordert deshalb sofortige Investitionen in klimawandelgerechte Kliniken. Ein bereits vorgelegtes Investitionskonzept in Höhe von 31 Milliarden Euro soll diesen Umbau unterstützen.
Die DKG weist darauf hin, dass nur ein geringer Teil der Patientenzimmer über Kühltechnik verfügt. Diese Situation ist nicht neu, wird jedoch angesichts der sich häufenden extremen Sommer immer weniger akzeptabel. Die Finanzierung für notwendige Nachrüstungen scheitert häufig an fehlenden Mitteln, da die Länder ihrer gesetzlichen Pflicht zur vollständigen Finanzierung der Investitionskosten seit Jahrzehnten nicht nachkommen. Aktuell sind lediglich 60 Prozent dieser Kosten gedeckt. Diese Mittel fließen oftmals in unverzichtbare Projekte wie die Instandhaltung der Bausubstanz oder medizinische Geräte, die für die Patientenversorgung unerlässlich sind.
Die Überhitzung in den Krankenhauszimmern betrifft vor allem vulnerable Patienten und belastet das Klinikpersonal, das unter schwierigen Bedingungen arbeiten muss. Dr. Gaß betont, dass es untragbar ist, das Personal in überhitzten Räumlichkeiten arbeiten zu lassen. Passive Maßnahmen wie Ventilatoren oder Fensterverschattungen sind bei anhaltenden Hitzewellen nicht ausreichend. Hier ist aktive Kühlung erforderlich, um sowohl die Patienten als auch das Personal zu schützen.
In Kürze
- Fast 10.000 Hitzeopfer in Deutschland in diesem Jahr, besonders ältere Menschen betroffen.
- Nur ein Bruchteil der Patientenzimmer in deutschen Kliniken ist klimatisiert.
- Fehlende finanzielle Mittel behindern die Nachrüstung mit Kühltechnik.
- Aktuelle Investitionsquote liegt bei nur 60 Prozent der erforderlichen Kosten.
- Die DKG fordert ein Investitionsprogramm von 31 Milliarden Euro zur klimawandelgerechten Umgestaltung der Kliniken.
Zusammengefasst
Die alarmierende Zahl der Hitzetoten in diesem Jahr verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, die Kühltechnik in deutschen Kliniken auszubauen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert konkrete finanzielle Unterstützung, um die Patientenzimmer adäquat auszustatten und somit die Gesundheit von Patienten und die Arbeitsbedingungen des Personals zu verbessern. Ein umfassendes Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro liegt bereits vor und sollte umgehend umgesetzt werden, um den Herausforderungen des Klimawandels im Gesundheitssektor zu begegnen.
Quelle: kma Online