Klinikschließungen und ihre Nachnutzung: Ein Plan fehlt

Klinikschließungen: Ein unzureichender Plan für die Nachnutzung

Die Krankenhausreform in Deutschland, die am 1. Januar 2025 in Kraft tritt, zeigt bereits in der Vorbereitungsphase erhebliche Schwächen. Eine aktuelle Studie von ProHealth Real Estate verdeutlicht, dass den Bundesländern nicht nur das Tempo fehlt, sondern auch ein konkreter Plan für die Nachnutzung geschlossener Kliniken. Mit 50 Milliarden Euro im Transformationsfonds und lediglich 15 Voranzeigen bleibt die Umsetzung der Reform hinter den Erwartungen zurück. Die Studie analysiert, wie die einzelnen Länder bei der Planung von Klinikschließungen und dem Abbau von Betten vorankommen und wirft zentrale Fragen zur Zukunft der entsprechenden Gebäude auf.

Die Ergebnisse der Studie sind ernüchternd: Sechs Bundesländer haben auf den standardisierten Fragenkatalog gar nicht reagiert, während andere Bundesländer wie Berlin und Hamburg Auskünfte mit Verweis auf laufende Verwaltungsverfahren verweigern. Dies schränkt die Aussagekraft der Studie ein, zeigt jedoch, dass ein umfassender Plan zur Nachnutzung fehlt. Dr. Uwe Natter, Geschäftsführer von ProHealth Real Estate, merkt an, dass die Länder die Reform nicht mit der erforderlichen Geschwindigkeit und Professionalität umsetzen. In vielen Fällen „wurschteln“ die Länder vor sich hin, ohne klare Konzepte für die Nachnutzung der Klinikgebäude zu haben.

In Kürze

  • Die Krankenhausreform zeigt unzureichende Fortschritte in den Bundesländern.
  • Viele Länder haben nicht auf den Fragenkatalog der Studie reagiert.
  • Bremen ist das einzige Bundesland mit einem konkreten Schließungs- und Nachnutzungskonzept.
  • Der Transformationsfonds hat bislang kaum Wirkung entfaltet.
  • Regulatorische Hürden und Rückforderungsrisiken erschweren die Nachnutzung geschlossener Krankenhäuser.

Zusammengefasst

Die Studie von ProHealth Real Estate legt offen, dass die Bundesländer bei der Umsetzung der Krankenhausreform stark hinterherhinken. Ein Mangel an konkreten Konzepten für die Nachnutzung geschlossener Kliniken gefährdet nicht nur die Versorgungsstruktur, sondern birgt auch fiskalische Risiken. Die Notwendigkeit eines umfassenden Plans zur Nachnutzung ist dringend, da ohne eine strategische Vorgehensweise ein unkontrolliertes Kliniksterben droht. Die Reform hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung zu verändern, doch die Umsetzung liegt in den Händen der Bundesländer.

Quelle: kma Online

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