Konflikte als Chance: Erkenntnisse vom Fachtag Leadership 2026
In der Zivilgesellschaft sind Konflikte an der Tagesordnung. Oftmals wird jedoch versucht, schwierige Gespräche zu vermeiden oder zu umgehen. Dies zeigt sich besonders in Zeiten, in denen Ressourcen knapp sind und unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Am 1. Juni 2026 fand im Rahmen des Deutschen Fundraising Kongresses der Fachtag Leadership statt, der sich dem Thema „Konflikte führen: Leadership im Fundraising zwischen Anspruch, Druck und Haltung“ widmete. Über 40 Leitungskräfte aus sozialen Einrichtungen, Vereinen, Stiftungen und NGOs kamen zusammen, um sich mit der Rolle von Konflikten in der Leitung auseinanderzusetzen.
Die zentrale Erkenntnis des Tages war, dass Konflikte nicht an den Rand, sondern ins Zentrum der Leitung gehören. Die Verdrängung von Spannungen führt häufig zu einem Verlust an Energie und kann letztendlich kostspielig werden. Der Fachtag plädierte dafür, Konflikte als Chancen zur Weiterentwicklung zu betrachten. Teams erreichen oft erst durch die Auseinandersetzung mit Konflikten eine höhere Leistungsfähigkeit. Die „Storming”-Phase, die im Teammodell von Tuckman beschrieben wird, ist nicht nur eine Herausforderung, sondern eine notwendige Station auf dem Weg zu erfolgreicher Zusammenarbeit.
In Kürze
- Konflikte sind ein unvermeidlicher Bestandteil von Leitung im sozialen Sektor.
- Die Verdrängung von Konflikten kann zu ineffizientem Arbeiten führen.
- Konflikte bieten Chancen für Entwicklung und Leistungssteigerung.
- Resiliente Organisationen lernen, mit Konflikten umzugehen.
- Das Eisbergmodell verdeutlicht, dass Gefühle und Bedürfnisse oft unter der Oberfläche liegen.
Zusammengefasst
Der Fachtag Leadership 2026 verdeutlicht, dass konfliktfähige Leitungskräfte entscheidend für die Resilienz von Organisationen sind. Anhand praktischer Impulse und Übungen wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit Konflikten nicht nur unvermeidlich, sondern auch notwendig ist, um die Entwicklung von Teams und Organisationen voranzutreiben. Die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu führen, wird somit zu einem zentralen Hebel für die Wirkung und Widerstandsfähigkeit im sozialen Sektor.
Quelle: Deutscher Fundraisingverband