Die Krankenhausreform steht still: Wo bleibt der Plan für die Nachnutzung?
Die Umsetzung der Krankenhausreform, die am 1. Januar 2025 in Kraft tritt, läuft schleppend. Eine aktuelle Studie von ProHealth Real Estate zeigt, dass die Bundesländer bei der Planung von Klinikschließungen und der Entwicklung von Nachnutzungskonzepten kaum Fortschritte erzielen. Nur 15 Voranzeigen wurden bislang im Rahmen des Transformationsfonds von insgesamt 50 Milliarden Euro eingereicht, was auf ein mangelndes Engagement hindeutet. Viele Länder scheinen nicht nur das Tempo, sondern auch die strategische Planung zu vermissen.
Dr. Uwe Natter, Geschäftsführer von ProHealth, erläutert, dass mehrere Bundesländer auf den standardisierten Fragenkatalog der Studie nicht reagiert haben. Dies schränkt die Aussagekraft der Ergebnisse zwar ein, doch das Schweigen der Länder wird als bezeichnend angesehen. Es fehlt an einem übergreifenden Plan für die Nachnutzung geschlossener Kliniken. Während Bremen als einziges Bundesland mit einem konkreten Nachnutzungskonzept hervorsticht, bleiben andere Regionen ohne klare Strategien zurück, was zu einem unkontrollierten Kliniksterben führen könnte.
In Kürze
- Studie zeigt langsame Umsetzung der Krankenhausreform in den Bundesländern.
- Nur 15 Voranzeigen aus dem Transformationsfonds eingegangen.
- Viele Länder reagieren nicht auf Anfragen zur Planung von Klinikschließungen.
- Bremen hat als einziges Bundesland einen konkreten Schließungs- und Nachnutzungsplan.
- Regulatorische Hürden und Rückforderungsrisiken erschweren die Nachnutzung geschlossener Einrichtungen.
Zusammengefasst
Die aktuelle Situation verdeutlicht, dass die Umsetzung der Krankenhausreform in Deutschland einem erheblichen Reformdruck ausgesetzt ist. Ohne eine klare Planung und Strategie für die Nachnutzung geschlossener Kliniken droht eine Versorgungslücke im Gesundheitswesen. Es besteht ein dringender Bedarf an proaktiven Maßnahmen, um die Risiken, die mit Klinikschließungen verbunden sind, zu minimieren und gleichzeitig zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.
Quelle: kma Online