Thüringen geht innovative Wege in der Geburtsmedizin
Die Geburtenzahlen in Thüringen erreichen 2025 mit rund 11.500 Neugeborenen den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. Um die Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen sicherzustellen, setzen die Kliniken auf digitale Vernetzung und Telemedizin. Das Universitätsklinikum Jena und das Thüringer Gesundheitsministerium planen den Aufbau eines telemedizinischen Netzwerks, das eine umfassende Rufbereitschaft zwischen Geburtskliniken ermöglicht. Dieses Netzwerk soll bis Ende 2027 flächendeckend verfügbar sein und wird mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert.
Die rückläufigen Geburtenzahlen, die zwischen 1991 und 2024 um 35 Prozent gesunken sind, stellen die Qualitätssicherung in der geburtshilflichen Versorgung vor neue Herausforderungen. Der Direktor der Jenaer Uniklinik für Geburtsmedizin, Prof. Ekkehard Schleußner, hebt hervor, dass jede Schwangere und jedes Neugeborene in Thüringen auch künftig die bestmögliche Versorgung erhalten soll. Angesichts der Tatsache, dass mehrere Geburtsstationen in der Region geschlossen wurden und einige Kliniken nur noch eine geringe Anzahl an Geburten pro Jahr betreuen, ist die Schaffung eines solchen digitalen Netzwerks von großer Bedeutung.
In Kürze
- Thüringen verzeichnet 2025 ein Geburten-Rekordtief mit rund 11.500 Neugeborenen.
- Ein telemedizinisches Netzwerk wird bis 2027 in der Geburtsmedizin etabliert.
- Das Netzwerk ermöglicht eine umfassende Rufbereitschaft und koordiniert die Weiterbildung von Geburtshelfern.
- Die Landesregierung fördert den Aufbau mit etwa 1,4 Millionen Euro.
- Die Geburtenzahlen sind seit 1991 um 35 Prozent gesunken, was die Versorgungssituation verschärft.
Zusammengefasst
Die Initiative in Thüringen, Telemedizin in der Geburtsmedizin einzuführen, zielt darauf ab, die Qualität der Betreuung für Schwangere und Neugeborene angesichts sinkender Geburtenzahlen zu sichern. Durch die digitale Vernetzung der Kliniken soll eine optimale Versorgung gewährleistet werden, die auch die Weiterbildung von Fachpersonal umfasst. Dies ist besonders wichtig, da die Anzahl der Geburtsstationen in der Region abnimmt und einige Kliniken nur wenige Geburten jährlich betreuen. Die Maßnahme ist ein wichtiger Schritt, um den Herausforderungen der aktuellen Situation entgegenzuwirken.
Quelle: kma Online