Medicana-Gruppe übernimmt das Jüdische Krankenhaus Berlin
Die türkische Medicana Health Group wird neuer Träger des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB). Diese Übernahme stellt die erste in Deutschland für den Klinikkonzern dar. Der Gläubigerausschuss hat dem Angebot einstimmig zugestimmt, und der Übernahmevertrag wurde am 9. Juli notariell beurkundet. Damit steht die Übernahme unter der Bedingung der Genehmigung durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und markiert das Ende eines Insolvenzverfahrens, das im Dezember 2025 aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten eingeleitet wurde.
Das JKB war mit Herausforderungen wie steigenden Kosten, stagnierenden Erlösen und struktureller Unterfinanzierung konfrontiert. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte das Krankenhaus während des gesamten Verfahrens seinen Betrieb aufrechterhalten. Der Sachwalter, Friedemann Schade von der Kanzlei BRL, bewertet den geordneten Verlauf des Verfahrens als Erfolg, da er die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.
In Kürze
- Die Medicana Health Group übernimmt das Jüdische Krankenhaus Berlin im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens.
- Es handelt sich um die erste Übernahme eines deutschen Krankenhauses durch den türkischen Klinikkonzern.
- Das Insolvenzverfahren des JKB wurde im Dezember 2025 eingeleitet, aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten.
- Medicana betreibt 19 Krankenhäuser in der Türkei und weiteren europäischen Ländern.
- Alle bestehenden Arbeitsplätze im JKB sollen gesichert werden.
- Die Übernahme respektiert die besondere Geschichte und Identität des Jüdischen Krankenhauses.
Zusammengefasst
Die Übernahme des Jüdischen Krankenhauses Berlin durch die Medicana Health Group stellt einen bedeutenden Schritt für das Unternehmen dar, da es der erste Einstieg eines türkischen Krankenhausbetreibers in den deutschen Markt ist. Medicana, ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Istanbul, beabsichtigt, die medizinische Versorgungskompetenz und wirtschaftliche Stabilität des JKB zu sichern und gleichzeitig dessen historische Verantwortung zu wahren. Diese Schritte sind Teil einer größeren europäischen Wachstumsstrategie, die auch zukünftige Krankenhauseröffnungen in anderen Ländern umfasst.
Quelle: kma Online